Die AML-Aufsichtsprüfung: Wie Sie sich auf eine Behördenprüfung vorbereiten
Eine AML-Aufsichtsprüfung folgt einem vorhersehbaren Muster. Geprüft wird nicht, ob Sie AML für wichtig halten, sondern ob Ihre Pflichterfüllung dokumentiert nachweisbar ist. Wer die typischen Prüfpunkte kennt, kann sich in wenigen Tagen vorbereiten — wer sie nicht kennt, kann auch mit guter Praxis durchfallen.
Wer prüft eigentlich?
In Österreich sind je nach Sektor die Bezirksverwaltungsbehörden, die zuständigen Kammern oder die FMA zuständig. In Deutschland prüfen die von den Ländern bestimmten Aufsichtsbehörden nach § 50 GwG, im Finanzsektor die BaFin. Ab 2026 tritt die europäische Behörde AMLA hinzu, ab Juli 2027 gilt die EU-Geldwäscheverordnung AMLR unmittelbar.
Was typischerweise angefordert wird
Die unternehmenseigene Risikoanalyse in schriftlicher Form
Interne Arbeitsanweisungen und Sicherungsmaßnahmen
Nachweis der Mitarbeiterschulungen mit Datum und Teilnehmerliste
Eine Stichprobe abgeschlossener Kundenakten mit vollständiger Prüfdokumentation
Dokumentation der Risikoeinstufung je Fall und deren Begründung
Nachweis der PEP- und Sanktionslistenprüfung inklusive Prüfzeitpunkt
Benennung der verantwortlichen Person bzw. des Geldwäschebeauftragten
Die vier häufigsten Beanstandungen
Erstens: Keine oder veraltete Risikoanalyse. Der Klassiker — häufig existiert eine Vorlage, die nie auf das eigene Geschäftsmodell angepasst wurde.
Zweitens: Lücke zwischen Anweisung und Praxis. Die internen Vorgaben sehen verstärkte Prüfungen vor, in der Stichprobe findet sich davon nichts.
Drittens: Unvollständiger Prüfweg. Das Ergebnis ist vermerkt, aber nicht welche Quelle, wann abgefragt und mit welchem Datenstand.
Viertens: Fehlende laufende Überwachung. Geprüft wurde einmal beim Onboarding, danach nie wieder — obwohl sich Kundenstruktur oder Transaktionsverhalten verändert haben.
Vorbereitungscheckliste
Risikoanalyse aktualisieren und mit Datum sowie Freigabevermerk versehen
Zehn zufällige Kundenakten selbst prüfen — wäre der Prüfweg für einen Dritten nachvollziehbar?
Schulungsnachweise der letzten zwölf Monate zusammenstellen
Löschkonzept und Aufbewahrungsfristen dokumentieren
Eine benannte Ansprechperson für die Behörde festlegen
Häufige Fragen
Wird eine Prüfung angekündigt? In der Regel ja, mit einer Vorlauffrist. Unangekündigte Prüfungen sind bei konkretem Anlass möglich.
Was passiert bei Beanstandungen? Üblich sind zunächst Auflagen mit Umsetzungsfrist. Bei systematischen oder wiederholten Verstößen folgen Bußgelder und in schweren Fällen berufsrechtliche Konsequenzen.
Prüfungsfestigkeit entsteht im Alltag
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